Flüchtlinge

Alim (34), Altinaj (28), Amir (8), Adiar (2), Anisa (11 Monate) und Marina (Teil 1)

Familie Alimdzhanov

Alim:

Wir kommen aus Bischkek, das ist die Hauptstadt von Kirgistan. Vor einigen Jahren gab es dort eine neue Regierung, da wurde es zu gefährlich für mich. Zuerst bin ich alleine geflohen. Ich war in Moskau, dann in Kasachstan. Da war ich anderthalb Jahre von meiner Familie getrennt. Jetzt sind wir schon seit fast drei Jahren hier und zum Glück alle zusammen. Ich hatte mir das viel einfacher vorgestellt: Ich dachte, wir kommen hier an, ich gehe arbeiten, und wir können davon alles bezahlen, was wir brauchen. Das wäre mir viel lieber, als Geld vom Staat zu bekommen. Aber hier muss man für alles Anträge stellen, und dann gibt es lange Verfahren. Das dauert. Im Moment kann ich gar nicht richtig arbeiten, weil ich mehrere Operationen hatte.

„Nur wenn man arbeitet, kriegt man die Sprache mit“

Wenn es geht, repariere ich Fahrräder, die für Flüchtlinge gespendet werden. Die werden dann weitergegeben an Leute, die neu angekommen sind und noch eines brauchen. Ganz alte Räder, z. B. vom Sperrmüll, schlachte ich aus. Die Teile benutze ich, um andere Räder wieder fahrtüchtig zu machen.

FahrräderDas Schrauben habe ich hier in Deutschland gelernt – in der Kochstr., wo wir zuerst gewohnt haben. Im ersten Jahr hatte ich einen 1-Euro-Job. Da habe ich Nabil [Hausmeister und Integrationshelfer in der Kochstr.] geholfen.

Nur wenn man arbeitet, kriegt man auch die Sprache mit. Erstmal habe ich ungefähr ein Jahr fast nur zugehört, irgendwann habe ich dann angefangen zu sprechen.

Fotos: Patricia Schmitz