Flüchtlinge

Sarbast, 27

Ich warte seit acht Monaten auf meine Anhörung. Ich hoffe, dass es bald endlich weitergeht. Wenn ich meine Papiere habe, will ich einen Deutschkurs machen, studieren, arbeiten. In Syrien habe ich Jura studiert. Es ist frustrierend, so lange zu warten. Andere haben mehr Glück, die waren schon nach zwei Monaten dran.

Mein Gesicht möchte ich nicht im Internet zeigen. In Syrien war ich eine Woche von ISIS-Terroristen verschleppt. Mein Vater musste denen viel Geld geben, damit ich freikam. Für die Flucht habe ich 6.000 Euro bezahlt. Meine Schwester ist auch in Deutschland, in Bonn. Meine Eltern sind in Kusel. Wir sind alle getrennt worden, als wir in Deutschland ankamen. Ich will hier einfach nur in Sicherheit sein.