Allgemein, Flüchtlinge

Yaseen (47)

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Bagdad ist gefährlich, vor allem bei Nacht. Da sind alle möglichen Kämpfer unterwegs, denen es hauptsächlich um Geld geht. Sie bedrohenen dich, und entweder du schließt dich ihnen an, oder du musst dein Haus verlassen und dich in Sicherheit bringen.

Ich könnte niemandem Gewalt antun. Ich bin Künstler, kein Soldat. In Bagdad habe ich nachts nie geschlafen, aus Angst um meine Familie. Ich hatte einen kleinen Supermarkt und habe mein Haus verkauft, um fliehen zu können – mit meiner Frau und meinen vier Kindern. Die sind 15, 12, 7 und 3 Jahre alt. Den Kleinen habe ich die meiste Zeit auf den Schultern getragen. Alle anderen mussten laufen. Wir sind lange gelaufen, und meine Frau war sehr krank unterwegs. Aber wir haben es geschafft.Ich habe viele Freunde, die immer noch im Irak oder in Syrien sind, weil sie das Geld für die Flucht vor dem Krieg nicht aufbringen konnten.

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Auf dem Bild  links steht jedes Kreuz auf einer Tür für eine Familie, die ihr Haus verlassen hat. Der gefesselte Fuß in dem Bild rechts symbolisiert die vielen Menschen, die in ihren Ländern durch den Krieg gefangen sind. Oben rechts ist eine Tür – die Tür zum Frieden. Aber sie ist sehr klein.

Wir sind jetzt ein Jahr hier, und ich bin sehr froh. Die Leute sind sehr nett, wir bekommen viel Hilfe. Ich habe schon viele Freunde gefunden. Wenn es geht, möchte ich hier als Künstler arbeiten.